Die Idee dahinter

BNI Power Team Business Support

Am Beispiel der Schraubenfabrik Ernst Müller GmbH und Co. KG – aus der Sicht eines Unternehmensberaters Finanzen

Zu diesem Unternehmen wurde ich auf Empfehlung der Hausbank gerufen; mein Gesprächspartner war der geschäftsführende Gesellschafter Ernst Müller, 72 Jahre alt, alleiniger Geschäftsführer dieses Traditionsunternehmens mit derzeit 40 Mitarbeitern. Weitere Gesprächspartner waren Herr Dipl. Ing. Ernst Müller Junior, 50 Jahre alt; Prokurist des Unternehmens, Herr Dipl. Ing. Julian Müller, Enkelsohn, 30 Jahre alt, sowie der Steuerberater Maximilian Meier, 72 Jahre alt und steuerlicher Berater seit 1980.

Das Unternehmen stand vor der Herausforderung, dass die Auftragslage sich in den letzten 2 Jahren stetig nach unten entwickelt hatte. Entsprechend waren die Kreditlinien deutlich in Anspruch genommen. Weiteren Investitionen in den Maschinenpark stand die Hausbank kritisch gegenüber, zumal sie keinen umfassenden Einblick in die wirtschaftlichen Verhältnisse des Unternehmens hatte. Herr Ernst Müller war traditionell sehr zurückhaltend was die Weitergabe von Informationen aus seinem Unternehmen angehen.

Herr Müller bat mich um meine offene und ehrliche Meinung, wie man dieses Unternehmen in die Zukunft führen könne. Dazu habe ich ihm folgende Vorschläge unterbreitet:

Die Herren Ernst Müller Junior und Julian Müller werden mit sofortiger Wirkung zu Geschäftsführern ernannt. Bei dieser Gelegenheit wird der Gesellschaftsvertrag aus dem Jahre 1980 komplett erneuert. Beide Herren bekommen einen Geschäftsführervertrag gemäß der aktuellen Rechtsprechung. Die Ausarbeitung und Beratung zu den entsprechenden Verträgen übernimmt Herr Rechtsanwalt Bernhard Buschemöhle, Göttingen und um einen entsprechenden "Perfekten Ersten Eindruck" der beiden Geschäftsführer kümmert sich die Stylecoachin Nadja Gilhaus vom Kleiderkontor.

Herr Ernst Müller Senior geht in den wohlverdienten Ruhestand und wird dabei von seinem Steuerberater Maximilian Meyer begleitet. Die steuerliche Beratung der Gesellschaft und gleichzeitig Einführung einer zeitgemäßen digitalen Buchhaltung übernimmt Herr Steuerberater Gerhard Pahl.

Die beiden Herrn Ernst Junior und Junior Junior blicken mich bei diesem Vortrag leicht verloren an. Ich empfehle daher beide Herrn an Herrn Rainer Guse zum Führungskräftetraining, denn Führung ist kein Geschmuse.

Da ich bereits in dieser Besprechung den teilweise verzweifelt nach oben gerichteten Blick des Herrn Ernst Junior Junior bei Reden seines Vaters sehe, lege ich gleichzeitig die Visitenkarte der Mediationskanzlei Göttingen, Herrn Matthias Wilhelm, auf dem Tisch, und empfehle ein zeitnahes Meeting mit Herrn Wilhelm, um den üblichen Generationskonflikten von vorneherein zu begegnen.

Während der Vorbereitung zu meinem Besuch habe ich natürlich die Webseite des Unternehmens angesehen. Bei Ansicht der offensichtlich selbst mittels eines 1&1 Baukastens gebauten Webseite hab ich diese sofort wieder geschlossen und bringe nunmehr Dr. Christian Struck von MPSN Design ins Spiel.

Danach werde ich von Herrn Ernst Junior Junior durch das Unternehmen geführt. Es geht zunächst in das Büro der Buchhaltung. Auf 12 Quadratmetern stehen 2 Schreibtische, die Wände stehen bis zur Decke voll mit Aktenordnern. Zwei Damen sitzen vor ihren Bildschirmen auf abgewetzten Stühlen in dem doch sehr deutlich überhitzten Büro. An dieser Stelle Weise ich Herr Ernst Junior Junior darauf hin, dass zum Einen die Aktenordner bald der Vergangenheit angehören, zum Zweiten er seine kaufmännischen Mitarbeiterinnen bitte besser ausstatten muss. Unter solchen Arbeitsbedingungen kann Büroarbeit nicht gelingen. Dazu empfehle ich Herrn Michael Heckerott von der Firma Struckmeier, der sehr zeitnah dafür sorgen wird, dass die Damen auf anständigen Stühlen an anständigen Schreibtischen sitzen.

In der Werkshalle herrscht ein reger Betrieb. Herr Ernst zeigt mir die Stelle ganz hinten in der Halle, an der eine neue CNC Laser‐Schneideanlage seinen Platz finden soll. Vorsorglich habe ich mein BNI Visitenkartenbuch erst gar nicht im Besprechungsraum gelassen und überreichte ihm die nunmehr die Visitenkarte der Rozek Consulting. Volker Rozek soll sich bitte hier um reibungslose Prozess Abläufe kümmern, was ich für sehr dringend notwendig halte. Hier muss mal einer aufräumen.

Zurück im Büro überreiche ich nun endgültig die Visitenkarte der BMU Beratungsgesellschaft, Herrn Markus Meissner, und mache dabei deutlich, dass der zukünftige unternehmerische Erfolg sehr maßgeblich davon abhängt, dass das Unternehmen über eine funktionierende IT verfügt.

Nun erst kommen wir zu dem Thema, zudem ich (Thomas Leopold, LEOPOLD Coaching & Consulting) eigentlich gerufen wurde. Wir besprechen die Finanzen. Bei einer groben Übersicht über die einzelnen Zahlen stellen sich Fragen. Mir fällt auf, dass die Position Versicherungsbeiträge exorbitant hoch ist. Detailfragen hierzu kann Herr Ernst mir nicht beantworten. Ich erbitte Kopien sämtlicher Vertragsunterlagen und lasse mir von Herrn Ernst die Erlaubnis geben, diese von Herrn Nico Hanelt, Allianz Hauptvertretung in Göttingen, überprüfen zu lassen.

Weiterhin fallen die Personalkosten auf. Bei dem Wort Personal verdreht Herr Ernst die Augen. Meine Rückfrage hierzu ergibt einen sehr hohen Krankenstand und eine regelmäßige Personal‐ Fluktuation. Das BNI Visitenkartenbuch liegt immer noch auf dem Tisch. Ich hole die Visitenkarte von Jens Marhoffer von der DEBEKA heraus (die Karte der Mediationskanzlei Matthias Wilhelm hat er ja schon) und weise darauf hin, dass die betriebliche Altersversorgung Erstens richtig gemacht werden muss, und Zweitens ein wichtiges Bindeglied zwischen Mitarbeiter und Unternehmen darstellt.

Diese Besprechung hat nun insgesamt 5 Stunden gedauert und Herr Ernst Junior ist sichtlich ermattet. Gleichzeitig sortiert er auf seinem Schreibtisch hektisch Unterlagen und sagt, er wissen gar nicht wo er anfangen solle. Nun zücke ich meinen letzten Trumpf und lege die Visitenkarte von Christian Holzhausen, dem Anstifter zu mehr Gelassenheit auf den Tisch.

„Ist es okay, dass Christian Holzhausen Sie in den nächsten Tagen anruft, und sie dann dabei unterstützt, dass sie den riesen Berg von Aufgaben, der nun auf ihrem Schreibtisch liegt, mit einem großen Maß an Gelassenheit abarbeiten können?“

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