Kleiner Businessknigge

Was hat der Freiherr von Knigge mit Bilderrahmen zu tun?

Seit gut einem Jahr leben wir nun fast selbstverständlich mit den digitalen Medien: Wir haben erkannt, dass wir eigentlich ganz gut von zu Hause aus arbeiten können. Viele Führungskräfte haben mehr Vertrauen in Ihre Mitarbeiter. Mitarbeiter finden es praktisch, sich ihre Zeit etwas anders einteilen zu können und lange Anfahrtswege zu sparen.

Aber man hört auch andere Stimmen, die doch lieber „echten Kontakt“ mit ihren Kollegen haben möchten, als vor dieser „Kiste zu sitzen“. Und der ein oder andere Vertriebler möchten endlich wieder raus auf die Straße. Letztlich sind wir uns alle einig: Video Meetings sind ein zeitgemäßes Mittel, um in Kontakt zu bleiben, was aber auch seine Tücken hat!

„Wir können nicht nicht kommunizieren“ (sagte schon Watzlawick)

Bedenken Sie, dass Sie sich nicht mehr als „ganze“ Person mit Ihrer Ausstrahlung, Ihrer Gesamterscheinung präsentieren. Sondern Sie werden – wie in einem gerahmten Bild- nur mit ihrem Oberkörper wahrgenommen. Das heißt, Ihr Gegenüber sieht nur diesen kleinen Ausschnitt, der die ganze Botschaft Ihrer Persönlichkeit transportiert soll.

Jetzt kann man denken, ja und?

Das mag auch erst einmal eine sehr witzige Vorstellung sein, sich oben herum mal schnell das Hemd überzuwerfen und unten herum in der Flodderhose am PC zu sitzen. Aber es beeinflusst uns im Unterbewusstsein, wie klar, deutlich und professionell unsere Botschaft bei unserem Gegenüber ankommen wird!

Und mal ehrlich, gehen Sie zum Kundentermin in Unterwäsche?

An dieser Stelle möchte ich Sie mit dem „kleinen Businessknigge für Video Calls“ für die Dinge sensibilisieren, die wir selbst gar nicht wahr nehmen- aber unser Gegenüber auf jeden Fall!

1. Kleidung

Genau, wie im richtigen Leben, sollte die Kleidung, die wir bei einer Videokonferenz tragen, dem entsprechen, was wir normalerweise „draußen“ auch bei entsprechenden Anlässen anziehen würden. Sie sollte zu uns passen, sie sollte passen, uns unterstützen und uns nicht verkleiden.

Schwarz und weiß sind schwierige Farben, da die Kamera Kontraste verstärkt und innerhalb des Kleidungsstücks die Kontur verschlucken kann. D.h. je nach Ausleuchtung kann z.B. ein schwarzer Blazer wie ein schwarzer Farbfleck wirken. Abgesehen davon wirken Schwarz und Weiß bei den meisten Menschen eher sehr hart. Vor der Kamera darf die Farbe ruhig etwas kräftiger sein, da auch der Bildschirm Farbe schluckt. Farbkontraste machen ein Outfit lebendiger und interessanter. Aber da bitte auch etwas vorsichtig sein, denn am Ende des Tages wollen Sie ja auch noch wahrgenommen werden.

Männer sollten bei ihren gebügelten Hemden auf einen gut ausbalancierten Sitz achten. Bunte Tücher und Schals können sehr raumeinnehmend wirken. Auch hier gilt: besser weniger als mehr.

Muster: Unifarbene Stoffe strahlen mehr Ruhe aus. Mit Stoffen, wie Pepita, Glencheck, kleine Karos und schmale Fischgrate erzeugen Sie bei ihrem Gegenüber Unruhe und auch Flimmern vor den Augen.

2. Haare, Schmuck und Makeup

Durch den geringen Ausschnitt des Bildes tritt das Thema Haare (Frisur) in den Fokus: Möchten Sie wissen, wie die Haare Ihres Geschäftspartners direkt nach dem Aufstehen aussehen?

Von daher runden frisch gewaschene und gestylte Haare und eine gutsitzende Frisur das Gesamtbild ab.

Make-up: Die Kamera schluckt viel Licht und lässt uns eher blasser erscheinen. Haut-Unebenheiten sind meistens auch besser erkennbar. Deshalb sollte eine leichte Grundierung verwendet werden, um das Hautbild ebenmäßiger erscheinen zu lassen. Wimperntusche, Rouge und Lippenstift lassen das Gesicht frischer aussehen!

Aber auch die Männer können einen transparenten Puder (es gibt im Handel auch Pudertücher) verwenden, um gerade die Stirn, Nase, Kinn und die etwaigen Geheimratsecken etwas weniger in der Kamera glänzen zu lassen.

3. Hintergrund/Bestuhlung

Kameras haben unterschiedlich große Sichtbereiche und zeigen Dinge aus ihrem Privat- oder Büroleben, die ihr Gegenüber ablenken und unaufmerksam erscheinen lassen. Von daher empfehle ich, eher einen schlichten Hintergrund auszuwählen.

Probieren Sie unterschiedliche Positionen bei sich zu Hause oder im Office aus. Manche Bürostühle erinnern durch Ihre hohe Rückenlehne an einen Thron und können somit auch etwas fremd auf Ihr Gegenüber wirken. Lassen Sie sich Feedback geben.

4. Positionierung der Kamera

Sie sollten mit der Kamera auf Augenhöhe sein. Sonst schaut man Ihnen von unten auf Ihr Gesicht was nicht besonders vorteilhaft wirkt. Probieren Sie das unbedingt vorher aus, damit Sie nicht unmittelbar vor Beginn noch große Umbaumaßnahmen ergreifen müssen.

5. Licht

Mit mehreren Lampen erzeugt man das beste Licht. Eine Lichtquelle von unten kann Sie überstrahlen und blendet vielleicht die Kameralinse. Deckenlampen können Schatten und Augenränder betonen. Auch direkt vor einem Fenster zu sitzen, bringt Irritation mit sich.

Probieren Sie das mit einem passenden Hintergrund aus. Sie werden sehen, was das für eine große Rolle spielt!

Ich wünsche Ihnen, dass Ihre zukünftigen Videokonferenzen ein voller Erfolg werden und Sie somit selbstverständlich immer einen ersten guten Eindruck machen.

Möchten Sie selbst professionelles Feedback zu Ihrem Auftritt haben? Dann kontaktieren Sie mich gerne unter: gilhaus@kleiderkontor.de und ...

Bleiben Sie gesund!

Kleidsame Grüße

Nadja Gilhaus
Expertin für IHREN optisch wirkungsvollen Auftritt

Ein Beitrag von

Kleiderkontor

Nadja Gilhaus

Reinhard-Rube-Str. 4

37077 Göttingen

Stil - Image - Maßbekleidung


Zurück (Aktuelles)
Nach oben